"In einer Welt von iPad, 3-D-Filmen und Weltraumtourismus erscheinen analoge Schwarz-Weiß-Fotografien wie Erinnerungen längst vergangener Zeit. Für Andrea Reiß sind es Momente der Stille inmitten der lauten, hektischen Welt. Die Künstlerin verfolgt dabei keine narrative Intention, vielmehr verleitet sie den Betrachter, sich aus dem informationsüberflutetem Alltag zurückzuziehen und für einen Augenblick innezuhalten. Die unscharfen angeschnittenen Motive ihrer Bilder erscheinen in ihrer zurückgenommenen Gegenständlichkeit wie ein Nachklang ihres Selbst, wie ein leises Flüstern. Reiß findet sie zufällig und hält sie in wenigen Aufnahmen fest. In den Fokus rückt die Fotografin die Ästhetik der Bildkomposition und erreicht in den Übergängen zwischen Hell und Dunkel eine beinah malerische Qualität."

(Tanja Malycheva, Freie Kuratorin)